Spezialtechnik des High-Lightning

Dieses ist die Technik um allen Flächen ein möglichst realistisches Bild zu verleihen. Es ist wohl auch die komplizierteste und aufwändigste Technik die es gibt. Sie wird darum auch die Meisterklasse genannt. Beim Highlightning werden alle hervorstehenden und erhabenen Flächen bemalt und diese zum Schluss an den erhabensten Kanten akzentuiert.

Highlightning ist die „reifere“ Version des Trockenbürstens, obwohl sie nichts damit gemein hat. Vom Prinzip her ist Highlightning der Spezialtechnik des Waschens gleich, nur dass dabei die Farben nicht abdunkelt, sondern diese aufhellt werden und das hierbei nicht in den Tiefen, sondern auf den Höhen gearbeitet wird. Darum auch hier vom Waschen gesprochen und von einzelnen Schichten (Englisch: Shades) die übereinander gewascht werden.

Am Anfang empfehle ich, sich erst mit dem Highlightning zu beschäftigen, wenn das abdunkelnde Waschen richtig beherrscht wird.

Das Highlightning lässt sich am besten anwenden, nachdem die Miniatur komplett auf allen Teilen mit einer deckenden Grundschicht versehen, welche mit dem Outlining Verfahren räumlich voneinander abgetrennt und die Tiefen gewascht wurden, so dass die Schatten der Miniatur stehen. (siehe auch: Die Oben-nach-Unten = Unten-nach-Oben Theorie) Dann anfangen auf die Höhen hin zu arbeiten.

Die Technik ist wie schon erwähnt dem Waschen sehr ähnlich. Als erstes wird eine Farbe etwas heller gemischt, oder benutzt eine hellere Farbe als der Grundton ist und verdünnt diese soweit mit Wasser, bis sie fast so flüssig ist wie Tinte. Diese wird nun auf die hervorstehende bzw. erhabene Fläche aufgetragen.

Dann, im zweiten Gang, wird die Farbe noch weiter aufgehellt und malt wieder auf die vorher bemalte Fläche, nur das jetzt etwas schmaler gemalt wird als zuvor. So wird die Farbe mit jeder Schicht immer heller und immer schmaler aufgetragen, bis zum Schluss mit der hellsten Farbe auf dem höchsten Punkt angekommen wird. Es ist wichtig darauf zu achten, dass die zuvor gemalte Schicht trocken ist, bevor die Nächste aufgetragen wird.

Bei dieser Methode wird sogar soweit gegangen, dass die absolut obersten und erhabensten Kanten am Ende mit einer ganz hellen Farbe nur leicht akzentuiert werden. Das verleiht den Miniaturen den letzten Schliff! Mit etwas Übung kann jeder diese Technik so weit perfektionieren, dass der Zuschauer die einzelnen Schichten nicht mehr erkennen kann und ein perfekter Farbübergang von Dunkel nach Hell entsteht.

Da die Farbe, wie beim Waschen, nicht richtig deckend sondern etwas transparent ist, kann die Methode auf alle Teile einer Miniatur angewendet werden. So kann allen erhabenen Stellen, besonders an Gesichtern oder Falten in der Kleidung, ein realistisches Aussehen verliehen werden.

Bei dieser Technik kann sich nicht auf zwei oder drei Wasches pro Fläche beschränkt werden, sondern es müssen oft mehrere Durchgänge durchgeführt werden, bis das gewünschte Ergebnis vorliegt.

Ich highlighte so um die zwanzig bis dreißig Schichten auf jedes Teil bei einer guten Miniatur und fange da an, wo ich mit dem Waschen der Schatten auf einer Fläche aufgehört habe. Oft überdecke ich auch ein wenig das Wasch um Ränder oder unschöne Stellen zu übermalen.