Spezialtechnik Wasching - Inking

Durch das Waschen (Englisch: Inking) verstärkt man optisch das Relief der Miniatur, indem die tiefer gelegenen Stellen mit einer stark verdünnten und dunkleren Farbe als dem Grundton, abdunkelt werden. Soll heißen: Schatten von tiefer gelegenen Stellen werden verstärkt. Es wird dabei vom Waschen gesprochen. Das geht besonders gut bei sehr feinen Strukturen, wie Kettenhemden, Haaren oder Muskeln. Mit etwas Übung und der nötigen Routine ist diese Methode aber auch auf relativ großen Flächen mit sanften Wölbungen zu übertragen.

Zum Waschen eignen sich nicht nur die abgedunkelte Grundfarbe, sondern auch farb-verwandte dunklere Farben. Häufig eignet sich auch Schwarz gut zum Waschen, da es den Vorteil hat, dass es sich gegenüber allen benachbarten Farben neutral verhält.

Die Technik ist die, dass eine Farbe etwas dunkler gemischt oder eine dunklere Grundton-Farbe verwendet wird. Diese wird soweit mit Wasser verdünnt, bis sie fast so flüssig ist wie Tinte (dem Wasch), und milchig aussieht (Daher auch der Name - Ink = Tinte). Die Farbe ist so nicht mehr richtig deckend, sondern etwas transparent, dadurch scheint die darunter liegende Farbschicht durch. Diese dünne Farbe wird nun in die Tiefen der zu bemalenden Fläche aufgetragen. Es ist dabei nicht schlimm, wenn diese Farbe auf die erhabenen Stellen kommt, denn sie fließt, wie man schnell bemerken wird, dank ihrer Konsistenz nur in die Vertiefungen und hinterlässt dort einen sehr schönen plastischen Effekt.

Es braucht sich dabei nicht auf ein Wasch pro Fläche beschränkt werden, allerdings reichen meist zwei oder drei Durchgänge bis das gewünschte Ergebnis vorliegt. Bei mehren Lagen die übereinander „gewascht“ wurden, spricht man von Lagen (Englisch= Shades). Mehrere „gewaschte“ Lagen übereinander, die immer schmaler werden und wo zum Schluss nur noch ein sehr feiner dunklen Streifen in die tiefste Stelle gemalt wird, lassen die Schatten sehr realistisch wirken.

Mit sehr viel Übung ist es möglich, dass die Übergänge von den einzelnen Schichten nicht mehr gesehen werden und so ein stufenloser Farbübergang von Hell nach Dunkel erreicht wird. Es muss nur darauf geachtet werden, dass es jedes Mal ein wenig dauert, bis die Farbe trocken ist. Sonst läuft man Gefahr, dass man eine fertige Schicht Wasch ruiniert. In der Zeit des Trocknens ist es möglich sich mit einem anderen Teil der Miniatur zu beschäftigen.

Tinten sind ähnlich zu verwenden wie verdünnte Farben. Ihr Vorteil liegt in den intensiveren Farbpartikeln. Ich verwende sie aber eben aus diesem Grunde nicht, da ich ja möglichst viele Schichten waschen will, um ein möglichst realistisches Ergebnis zu erzielen.