Die Pflege der Pinsel und Farben

Pflege der Pinsel

Eure Pinsel sind wie eure Kinder, behandelt sie gut. Sie werden meistens mit Sicherheitshüllen für die Borsten ausgeliefert, also benutzt diese auch, wenn ihr die Pinsel transportieren wollt. Andersrum gesehen sind Pinsel auch Verschleißgegenstände. Trotz aller Sorgfalt beim Umgang mit ihnen, ist es nicht zu verhindern, dass ab und zu ein neuer Pinsel gebraucht wird. Gerade Anfänger sollten sich nicht durch die relativ hohen Kosten abschrecken lassen und ihr Glück mit alten oder billigen Pinseln versuchen. So kann so schnell der Spaß am Malen verdorben werden und Billigpinsel sind oft nicht einmal für das Trockenbürsten, einer weiter unten beschriebenen Spezialtechnik, (siehe: Spezialtechnik: Trockenbürsten Dry Brushing) geeignet! Im Laufe der Zeit werden sich sowieso viele ältere Pinsel ansammeln, die dafür gut geeignet sind. Die besten Pinsel, welche markiert werden sollten, werden nur für die wirklich schwierigen Stellen eingesetzt.

Pinsel werden nur mit der äußersten Spitze in die Farbe getaucht und nicht bis zum Aufsatzende. Deshalb ist es eine gute Möglichkeit die Farbe aus dem Deckel des Farbtopfes aufzunehmen, und nicht aus seinem tiefsten Innersten.

Acrylfarben sind äußerst haltbar und sehr ergiebig. Selbst bei fleißigen Malern halten die meisten Farben mehrere Jahre. Ausgenommen hiervon ist nur Weiß, sofern dieses als Grundierung genutzt wird. Dem entsprechend ist es besonders sinnvoll, die vorhandene Haltbarkeit durch umsichtige Verwendung und Behandlung voll auszuschöpfen. Während des Bemalens ist es sinnvoll seinen Farbtopf zu schließen und etwas durchschütteln, das kommt aber nur bei ganz großen Flächen vor und tut der Farbe auch ganz gut.

Acrylfarben trocknen sehr schnell, was einerseits ein großer Vorteil ist, andererseits aber zwangsläufig dazu führt, dass schon während des Bemalens kleine Mengen Farbe zwischen den Borsten des Pinsels festtrocknen. Das ist besonders augenfällig bei winzigen Details, wie zum Beispiel Augenbrauen, wo die Farbe gelegentlich bereits vollständig getrocknet ist, noch bevor die Miniatur erreicht wird. Daher sollte der Pinsel zwischendurch immer gründlich ausgewaschen werden, und das nicht nur, wenn ein Farbwechsel ansteht. Am effektivsten ist es jedes den Pinsel auszuwaschen, bevor wieder Farbe neue aufgenommen werden soll.

Beim Auswaschen den Pinsel ein paar mal schnell in dem Wasserglas hin und her bewegen. Danach unter Wasser ein wenig ausstreichen und ihn auf einem Papiertaschentuch sanft ausstreifen. Nicht den Pinsel in das Papier wickeln und zwischen Daumen und Zeigefinger auswringen! Wenn der Pinsel dabei Farbe hinterlässt, muss dieser noch einmal gründlich ausgespült werden. Mit einem nassen Pinsel, der noch Farbe enthält, würde mit der Zeit die Konsistenz und die Farbe seiner, auf der Palette angemischten Farben verändert werden. Vor allem aber kann es leicht passieren, dass während des Malens ein Tropfen aus der Metallhülle sickert und das Meisterwerk mit einem dicken Klecks überdeckt.

Stellt einen Pinsel um Himmels willen nicht in den Topf mit Wasser, sonst verbiegen sich die Borsten der Spitze und im schlimmsten Fall ist der Pinsel ruiniert. Stellt eure Pinsel besser mit den Borsten nach oben in einen Behälter oder legt sie auf eine Unterlage, wo sie sicher liegen, und nicht vom Tisch fallen können.

Acrylfarben sind wasserlöslich. Das heißt jedoch nicht, dass einmal angetrocknete Farbe problemlos zu entfernen ist. Tatsächlich sind einmal richtig eingetrocknete Pinsel nur noch gut für den Mülleimer. Wer seine Pinsel immer regelmäßig nach dem Malen (ab und zu mit etwas Seife) unter fließendem, lauwarmem Wasser auswäscht, ihn dann leicht auf einem Papier ausstreift und die Spitze mit den Lippen nachformt, behält diese sehr lange.

Wenn ein Pinsel plötzlich nicht mehr so richtig gleichmäßig gleiten will, hat er möglicherweise an seinem längsten Haar eine winzige Kugel aus getrockneter Farbe ausgebildet. Diese Kugel kann leicht entfernt werden indem der Pinsel schräg auf ein Blatt Papier drückt, so dass sich die Borsten leicht auffächern und dann die Kugel mit dem Fingernagel abstreift. Wenn hierbei noch eine Menge Farbe auf das Blatt kommt, sollte der Pinsel ruhig mal etwas öfter ausgewaschen werden.

Pflege der Farben

Wie bereits gesagt, können Acrylfarben etliche Jahre halten, was maximal ausgeschöpft werden sollte. Die Farben sollten so oft und schnell wie möglich wieder verschlossen werden, damit sie nicht eintrocknen. Angedickte Farben können zwar  mit Wasser wieder verdünnt werden, allerdings bleiben die Farbpigmente immer in kleinen Klümpchen zusammen und die Farbe wird nie wieder so wie vorher.

Es ist deshalb auch nicht zu empfehlen, eine für zu dünn gehaltene Farbe einige Zeit offen stehen zu lassen. Wenn die Farbe vor dem Öffnen kräftig durchgeschüttelt wird, wird diese auch nach langem Stehen wieder homogen und die Farbe kann einfach und leicht dosierbar aus dem Deckel genommen werden. Vor dem Öffnen sollte allerdings ein paar Sekunden gewartet werden.

Das Schütteln der Farbtöpfe hat jedoch den Nachteil, dass sich im Laufe der Zeit zähe Ablagerungen um Verschlüsse, in Deckeln und in Gewinden bilden. Sie sind nicht weiter tragisch, denn diese können mit einem Zahnstocher leicht abgetragenn und entfernt werden. Damit die Töpfe immer richtig schließen, sollte dieses regelmäßig durchgeführt werden.

Wenn Farben gemischt werden, sollten diese am besten nebeneinander auf der Palette platziert werden - dadurch erspart man sich einiges Auswaschen. Der Pinsel vor jeder neuen Farbe ausspülen. Erst, wenn man der Meinung ist alle Farben beisammen zu haben, vermischt man sie auf der Palette.

Nach dem Malgang alle benutzten Farbtöpfe noch einmal bewusst schließen und bei Deckeln zum Zudrücken darauf achten, dass sich der Deckel nicht an irgendeiner Stelle hochbiegt.