Die Base

Die Basen unterscheiden sich je nach Hersteller deutlich und müssen auch unterschiedliche Ansprüche erfüllen, deshalb gibt es verschiedene Möglichkeiten diese zu gestalten. Wenn die Base bereits so modelliert ist, dass sie einem wirklichen Bodengrund ähnelt, kann man sie ruhig so lassen und man spart sich eine Menge Arbeit.

Oft werden Miniaturen mit einer separaten, quadratischen, sechseckigen oder runden Plastik- oder Zinnbase geliefert, die ein bis zwei Schlitze hat, in denen man die Miniatur mit einem Steg einkleben kann. Die überzähligen Löcher sollten dann mit Modelliermasse geschlossen und eventuelle Gussgrate an der Basis entfernen werden. Dann gibt es noch eine Reihe von Sonderbasen, wie zum Beispiel Flugbasen, die eine Miniatur über normale Tischhöhe stellen.

Es gibt Miniaturen-Bemaler, die eine Base erst nach dem Anmalen der Miniatur gestalten. Dabei besteht aber die Gefahr, dass Farbe oder Kleber an die fertige Miniatur kommen und so die ganze Arbeit ruiniert wird. Darum wird am besten immer erst die Oberfläche der Base gestaltet, grundiert dann alles und fängt dann erst an, die Miniatur zusammen mit der Base zu bemalen. Eine Ausnahme ist natürlich, wenn Modellgras auf der Base aufgebraucht werden soll. Dieses kommt erst ganz zum Schluss.

Als Erstes sollte festgelegt werden, was für ein Untergrund zu einer Miniatur passen könnte und gestaltet dann die Base nach dieser Vorstellung.

Spielbasengestaltung

Bei Spielminiaturen werden im Allgemeinen weniger Mühen unternommen und bringt meistens nur Streusand auf, welche dann mit angemalt wird. Nachher, wenn alles fertig ist, kommt vielleicht noch etwas Modellgras hinzu um das Ganze abzurunden. Die meisten Miniaturen werden mit einer Base ausgeliefert, die, wenn die Miniatur zum Spielen verwendet werden soll, mit ein paar einfachen Arbeiten richtig schön gestalten kann. Sie kann zum Beispiel in einfachem Schwarz gehalten werden, was aber sehr schmucklos ausschaut. Für ein wenig Abwechslung sorgt eine bodenähnliche Gestaltung.

Am besten ist es, wenn die Base gestaltet wird, noch bevor die Miniatur grundiert und bemalt wird. Auf die Oberfläche, nicht auf den Rand, wird eine Schicht Sekundenkleber oder Leim aufgetragen. Auf diese Schicht wird anschließend etwas Modellsand oder Streu aufgebracht. Nachdem der Kleber getrocknet ist wird der überflüssige Sand über einer Schale einfach abgeschüttelt und befestigt die Figur auf der Base. Jetzt kann alles grundiert und nach dem Trocknen bemalt werden. Die Base bekommt dabei auch eine Grundschicht Farbe aufgetragen und wird an den Berührungspunkten der Miniatur mit der Spezialtechnik des Outlining, räumlich voneinander getrennt. Wenn die Miniatur an sich soweit fertig bemalt ist, wird ein dunkleres Wasch der Farbe verwendet, mit der die Base versehen wurde und wascht diese damit. Ist das Wasch getrocknet wird mit der Trockenbürsten Methode eine helle Version der gewaschten Farbe aufgetragen, um die Konturen der Base hervorzuheben. Dieses kann auch zweimal geschehen, wenn beim ersten Mal nicht das gewünschte Ergebnis heraus kommt. Auch das Highlighten kann hier Anwendung finden.

Es ist auch möglich verschiedene Teile der Base in anderen Farbentönen zu halten, um auf diese Weise unterschiedliche Bodenverhältnisse zu schaffen. Wenn gewünscht wird können mit Sekundenkleber auch noch kleine Kieselsteine, Kunstmoos, Modellgras oder Holz auf der Base befestigt werden. Ähnlich lassen sich auch große Basen (für Dioramen) gestalten.

Basengestaltung für Fortgeschrittene

Bei einer Einzelminiatur oder einer Miniatur für die Vitrine, sollte mehr Mühe investiert werden. Profis modellieren da die gesamte Basenoberfläche mit Modelliermasse. Bei dieser Methode sollte die Miniatur aber schon auf der Base befestigt sein. Es wird versucht, den zu einer Miniatur passenden Untergrund auf die Base zu modellieren, indem alles mit Modelliermasse nachbildet wird. Dabei kann sich an natürlichen Gegebenheiten angefangen von kleinen Steinen bis hin zu Ästen und Körperteilen orientiert oder der eigenen Fantasie freien Lauf gelassen werden.

Auf kleine, nicht selbst modellierte Feinheiten wie Waffen oder Teile von Maschinen braucht dabei nicht verzichtet werden. Ganz im Gegenteil, sie geben den Basen oft den letzten Schliff. Diese können einfach mit auf der Base in die Umgebung eingefügt oder einmodelliert werden, dass es so aussieht, als sei es schon immer da gewesen.

Das Modellieren sollte noch vor dem Grundieren fertiggestellt sein. Nach dem Grundieren zählt die Base, als sei sie ein Teil der Miniatur selber und bemalt diese zusammen mit der Miniatur. Sie kann aber auch erst am Schluss bemalt werden um der ungewollten Zerstörung eventuell schon bemalter Teile der Base zu entgehen. Nachdem die Miniatur lackiert wurde (Siehe dazu: Lackieren), kann die Base noch mit ein wenig Modellgras verfeinert werden.