Grundieren

Damit die spätere Farbe auf der Miniatur besser haftet, muss die Miniatur erst mit Grundierung versehen werden. Das Grundieren hat zweierlei Bedeutung. Zum Einen bilden die vielen kleinen Farbpartikel der Grundierung eine Oberfläche, an der sich viele Farben, besonders metallene, besser festsetzen können. Vor allem bei Kunststoffminiaturen ist das sehr wichtig. Zum Anderen wird einen neutraler Hintergrund für die Farben benötigt, die nicht völlig deckend sind und je nach Untergrund anders wirken.

Es gibt zwei Wege, wie eine Miniatur grundieren kann. Entweder unter Verwendung eines Pinsels oder unter Benutzung einer Grundierung aus der Sprühdose. Bevor die Miniatur grundiert werden soll, empfehle ich, diese mit etwas warmem Seifenwasser und einer alten Zahnbürste von eventuellen Verunreinigungen (Trennmittel, Fingerfett, ect.) zu reinigen. So kann die Grundierung optimal halten und läuft nicht Gefahr, dass sie mitten beim Malen abplatzt! Nicht vergessen, dass die Miniatur nach dem Bad gut trocknen muss!

Zum Grundieren mit dem Pinsel am besten einen billigen Pinsel und weiße Farbe verwenden. Etwas Weiß aufnehmen und auf der Palette testeten ob diese nicht zu dickflüssig ist und so die Struktur verkleben könnte. Wenn sie zu dick ist, muss die Farbe mit etwas Wasser verdünnt werden. Dies geschieht natürlich auf der Palette und nicht im Farbtöpfen. Wem dieses zu lange dauert und wer etwas Erfahrung hat, kann auch auf der Miniatur an einer kritischen Stelle (Kettenhemd, Haare) einen Farbauftrag versuchen. Wenn die Details verschwinden, einfach mit einem gut gewässerten Pinsel die Stelle freischrubben. Die Miniatur muss beim nächsten Versuch wieder schön trocken sein, denn ist die Farbe zu dünnflüssig, sammeln sich die weißen Farbpartikel in den Vertiefungen. Neue Farbe ist selten zu dünnflüssig, sollte es doch der Fall sein, braucht sie nur einen Moment auf der Palette zwischenlagern bis sie eine praktikable Konsistenz erreicht hat. Die Base wird auch grundiert und im Folgenden genauso behandelt wie die Miniatur selbst, sofern deren Gestaltung bereits abgeschlossen ist. Die Miniatur sollte allerdings auch nicht unter einer Schicht weißer Farbe verschwinden! Wenn die grundierte Miniatur aussieht wie ein Schneemann, sind zweifellos Details verklebt. Nach spätestens einer Stunde ist die Grundierung trocken. Bei Kunststoffminiaturen muss überprüft werden, ob die Farbschicht beim Trocknen nicht aufgeplatzt ist, sonst muss sie an diesen Stellen erneuert werden.

Ein guter Link zum Thema Grundieren findet Ihr hier:


Das Grundieren mit der Sprühdose ist um einiges einfacher und schneller, kann aber im Gegensatz zum Grundieren mit dem Pinsel nicht in geschlossenen Räumen durchgeführt werden. Beim Sprühen werden schädliche Gase freigesetzt, diese sollten nicht eingeatmet werden. Es ist am besten wenn die Grundierung draußen im Garten, auf freier Fläche durchgeführt wird, sodass keine Farbe auf Haus oder Autos kommen kann. Wenn dieses nicht möglich ist, empfehle ich, sich einen Karton zu basteln, in den man die Miniaturen zum Grundieren stellt. Dieser hält dann den Sprühnebel auf. Es ist für ein offenes Fenster und gute Durchlüftung zu sorgen. Zum Grundieren eignen sich herkömmliche Auto-Sprühgrundierungen, die in jedem Baumarkt für wenig Geld erhältlich sind. Wichtig ist nur, dass sie kein Füllmittel enthalten. Das Füllmittel würde ganz schnell alle feinen Details einer Miniatur unter der Grundierung verschwinden lassen.

Ich rate auch davon ab mit Schwarz zu grundieren, da Schwarz alle aufgetragenen Malfarben abdunkelt. Eine Ausnahme bilden die Flächen, welche mit Metallfarbe oder Schwarz bemalt werden sollen. Es ist vorteilhaft erst einmal alles komplett weiß zu Grundieren und dann die Stellen, die metallen oder schwarz werden sollen noch einmal mit dem Pinsel schwarz nachzugrundieren.

Ist die Miniatur fertig grundiert und getrocknet, kann mit dem eigentlichen Bemalen begonnen werden.