Pinsel

Der Pinsel ist das wichtigste Handwerkszeug des Miniaturen-Bemalers. Pinsel gibt es in verschiedenen Größen, wobei große Pinsel große Nummern (1, 2, 3,...) und kleine Pinsel kleine Nummern (0, 00, 000) tragen. Besonders kleine Pinsel tragen mehrmals die Ziffer Null. Zum einen gibt es die Echthaarpinsel, wie zum Beispiel Rothaarmarder. Am besten nimmt man Winterhaar, da Sommerhaar eher dazu neigt abzubrechen. Echte Rothaarmarderpinsel sind allerdings recht teuer und daher für den Anfänger nur vereinzelt zu empfehlen.

Dann gibt es noch Kunsthaarpinsel, die im Vergleich zu Rothaarmarder sehr preiswert sind, aber eine deutlich geringere Qualität und die Lebensdauer aufweisen, als wie das bei Rothaarmarder der Fall ist. Ein weiterer Nachteil von Kunsthaar ist die dumme Angewohnheit, recht schnell alle Borsten in eine Richtung zu biegen und an der Spitze einen kleinen Haken auszubilden. Für sehr kleine Details, die man auf ebenen Flächen aufbringen möchte, wie etwa Tätowierungen, kann die höhere Steifigkeit kleiner Synthetik-Pinsel von Vorteil sein.


Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass man zum Miniaturen-Bemalen besonders kleine Pinsel benötigt. Tatsächlich spricht einiges gegen extrem kleine Pinsel:

- Kleine Pinsel tragen weniger Farbe als große, wodurch ihr Verhalten ungewohnt und teilweise unberechenbar wird.

- Im Extremfall trocknet diese kleine Farbmenge bereits auf dem Weg vom Topf zur Miniatur vollständig durch.

- Pinsel neigen nach einiger Zeit dazu, im trockenen Zustand ihre Borsten in alle Himmelsrichtungen zu strecken. Da ein größerer Pinsel länger feucht bleibt, kann man sie länger benutzen.

- Kleine und große Pinsel unterscheiden sich kaum in der Größe ihrer Spitze

Für Anfänger sind je ein Pinsel der Größen 0, 1 und 2 für den Anfang ausreichend. Später kann man sich auch mal probeweise mit einem 00 oder noch kleineren beschäftigen. Anfänger benötigen darüber hinaus noch mindestens einen, billigen Pinsel ähnlicher Größe, um die Qualitätspinsel nicht unnötig bei den Spezialtechniken und dem Grundieren zu strapazieren. Dieses ist eine einmalige Anschaffung; denn später wird man seine ausgelutschten, ehemals guten Pinsel dafür verwenden. Letztendlich werden Pinsel aber genauso verbraucht wie Papiertaschentücher oder Farbe und glaubt mir, ich verbrauche eine große Menge Pinsel im Jahr.

Die Form des Pinsels

Es ist unabdingbar, dass ein Pinsel, mit dem man gut malen möchte, in guter Form sein muss. Wenn es ein Rundpinsel ist, was die meisten, für das Miniaturen-Bemalen verwendeten Pinsel sind, müssen die Haare eine feine Spitze bilden, wenn damit Details gemalt werden sollen. Bei einem Flachpinsel müssen die Haare in einer Reihe stehen. So können gut Flächen bemalt werden. Auf keinen Fall sollten die Haare, bei egal was für einem Pinsel wild hin und her stehen. Das macht ein vernünftiges Arbeiten quasi unmöglich. Bei der Spezialtechnik des Dry Brushing ist das etwas anderes. Da können sie ruhig zerzaust sein. (siehe: Spezialtechnik Trockenbürsten - Dry Brushing)

Am leichtesten ist es, einen Pinsel in Form zu bringen, nachdem man ihn ausgewaschen hat. Es gibt ein paar Möglichkeiten um einen Pinsel in die gewünschte Form zu bringen. Einmal kann man ihn auf einem Taschentuch abziehen, oder ihn so im Wasserbecher drehen, dass er die gewünschte Form hat.

Die beste, aber auch gewöhnungsbedürftige Art ist die, den Pinsel einmal durch die Lippen zu ziehen. Es hat den Vorteil, dass man die bessere Form des Pinsels so direkt beeinflussen kann. Die Spucke ist gut für die Haare, denn sie hält den Pinsel in Form und pflegt die Haare, wenn man mit dem Malen aufhören möchte. Allerdings ist es auch etwas unangenehm im Mund und nicht gesund. Darum muss man darauf achten, dass der Pinsel keine Farb- oder Spülmittelreste an sich hat, wenn man ihn in den Mund nimmt.